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Meine Philosophie: Me-Time

Veröffentlicht am 04. Januar 2015 | von Sarah Karbowniczek | Kategorie: Allgemein

Meien Philosophie: Me-Time

Aktuell gestern hat sich zum wiederholten Male ein guter Geschäftsfreund von mir mit Burn-out verabschiedet. Der 8. Fall in nur zwei Jahren. Kein Einzelfall. Jedoch ist immer das gleiche Muster zu erkennen.

Ich selbst bin Unternehmer, Trainer, Redner und Funktionär – ich weiß, wovon ich spreche, wenn es um Stress und Arbeit, um Belastung und Herausforderungen geht. Aber: Arbeit ist mein Leben!

Was mir Sorgen macht, ist diese negative Dynamik, dieses immer schneller laufende Hamsterrad. Dabei geht es mir nicht um Burn-out an sich oder um medizinische Präventionsmaßnahmen. Es geht vielmehr um den Wandel in unserer Gesellschaft, die Veränderung unseres Sozialverhaltens und die Fragen, wie ich mich selbst davor schützen kann, nicht unter die Räder zu kommen.

Mein Thema heißt: ME-TIME

Ich bin ein Mann der Praxis und habe mit meinen 46 Jahren schon alles erlebt, was ein Unternehmer erleben kann: Heranwachsen in einer Unternehmerfamilie, Einstieg ins elterliche Unternehmen, Generationswechsel, knapp vor Insolvenz, schwierige Zeiten in der Wirtschaft u.v.m.

Meine Erfahrung ist: Jeder Kopf / Verstand hat irgendwann sich selbst eine Methodik oder Werkzeuge zurechtgelegt, wie er in Verbindung mit Körper und Seele mit den täglichen Herausforderungen und dem Druck umzugehen weiß.

Wenn diese Werkzeuge nicht mehr ausreichen kommt automatisch die erste pragmatische Steigerung: mehr Einsatz (mehr Zeit) einsetzen. Die zweite Potenz ist der Einsatz von persönlichen „Kraftreserven“, eine typische Dynamik in einem erfolgreichen Arbeitsleben. In diesem Hamsterrad dominieren Leistung und Ergebnis – dabei spielt der Zeiteinsatz eine eher untergeordnete Rolle.

Die verschiedenen Lebensbereiche (Beruf/privat) sind gefüllt mit Erwartungen an die Persönlichkeit und Leistungsfähigkeit. In jedem Lebensbereich nehmen wir eine Rolle ein, in der wir Erwartungen erfüllen und Ergebnisse abliefern, um andere glücklich zu machen. 

Doch das Zeitbudget an einem Tag ist begrenzt und schnell stellt sich die Frage: In welchen Lebensbereichen kann ich am meisten Zeit sparen?

Die Antwort bei fast allen: An meiner persönlichen Zeit! Die Zeit in der ich Dinge für „mich“ tue – Dinge die mich erfüllen und wieder meine Batterien auftanken – „ME-TIME“ eben.

Denn das ist die einfachste Lösung, denn da gibt es keine Diskussionen oder Streitgespräche über Prioritäten und Präferenzen. Die Entscheidung zum Verzicht auf ME-TIME sind fast immer die grundlegenden Schlüsselsituationen, die später Krankheitsbilder, wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Burn-out, Depressionen usw. nach sich ziehen. Auf den ersten Blick hört sich das alles sehr egoistisch an. Aber sind wir doch mal ehrlich: Nur wenn es mir selbst gut geht und ich in mir glücklich und zufrieden bin, kann ich andere glücklich machen, oder?

Meiner Meinung nach gibt es zwei Faktoren, die nicht mehr mit der heute existieren Welt übereinkommen.


1. Der eigene Maßstab zu unserer eigenen Leistungsfähigkeit ! 

Kein Mensch steht morgens auf ohne Plan. Doch zu oft erreichen wir die an uns selbst gesteckten Ziele nicht. 

2. Fremdsteuerung ist der natürliche Feind jedes Zeitplan !

So lange wir von keinem Dritten abhängig sind, keine Zeitdiebe kommen und uns Unvorhergesehenes einen Strich durch unsere Pläne macht, wäre alles in Ordnung. Ist das realistisch? Eine gesunde Portion Egoismus, gepaart mit Konsequenz und klaren Regeln, sind der Schlüssel für Glück und Erfüllung! 

ME-TIME ist der große Bruder des Egoismus! Zeit, die ich für mich, meinen Körper, Geist und Seele brauche, um meine Batterien wieder aufzutanken.

ME-TIME ist eine Bewusstseinsfrage: Wann ist es wieder Zeit, sich um sich selbst zu kümmern? In welcher Regelmäßigkeit oder in welchem Rhythmus. Weiß ich, was mir gut tut, mich erfüllt und meine Batterien auftankt? Ist ME-TIME immer ein Kontrastprogramm zu meiner Arbeit oder kann ich das auch in meinem Beruf ausleben?

ME-TIME soll das Bewusstsein der Menschen erreichen und einen positiven Beitrag für mehr Lebensqualität und Respekt in der Gesellschaft leisten. Unabhängig davon, wie ME-TIME genutzt und gelebt wird. Wir brauchen diese Zeit zum Selbsterhalt des Körpers und um Kraft zu tanken den täglichen Wahnsinn unseres Arbeitsleben entgegen treten zu können. Je eher wir damit anfangen, desto besser. Am besten jetzt!

 

Thomas Graber

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