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Unternehmer-Blog

ME-TIME

Veröffentlicht am 18. März 2016 | von Thomas Graber | Kategorie: Allgemein


Ich weiß, wovon ich spreche: Ich in selbst Unternehmer, Trainer, Redner und Funktionär. Ich kenne die täglichen Herausforderungen, kenne Stress, Belastung und die eigenen Grenzen. Doch ich kann damit umgehen. Zum einen: Arbeit ist mein Leben. Zum anderen: Ich habe einen Weg gefunden raus aus diesem Hamsterrad, raus aus der negativen Dynamik, die immer schneller um sich zu greifen scheint. Dabei geht es mir nicht um einen medizinischen Weg, um Präventionsmaßnahmen oder Einzelmaßnahmen. Es geht um einen kompletten Wandel im eigenen Verhalten und im eigenen Umfeld – eine Kehrtwende, die davor schützen soll, unter die Räder zu kommen.

Das Konzept heißt: ME-TIME

Jeder von uns hat für sich selbst eine Methodik oder Werkzeuge zurechtgelegt, wie er in Verbindung mit der Leistungsfähigkeit seines Körpers und der Balance seiner Seele mit den täglichen Herausforderungen und dem Druck umzugehen weiß.
Doch die Herausforderungen, die täglich an uns gestellt werden, werden immer mehr. Was passiert, wenn dann die eigenen Werkzeuge nicht mehr ausreichen? Dann kommt der pragmatische Ansatz: Mehr Einsatz, mehr Zeit, noch mehr Kraft.

Die meisten kennen das und verbinden das Wort „eigentlich“ damit. „Eigentlich“ müsste ich noch ein paar Angebote fertig machen, aber „eigentlich“ wartet zu Hause auch die Familie. „Eigentlich“ müsste ich den Kunde noch besuchen, aber „eigentlich“ wartet der Mitarbeiter auf sein längst fälliges Jahresgespräch. „Eigentlich“ hat der Banker schon lange Unterlagen angefordert, aber „eigentlich“ ruft schon wieder ein Kunde an, um sich zu beschweren. Das alles unter einen Hut zu bringen, ist die tägliche Herausforderung. Das alles wird aber auch immer mehr, die Erwartungen werden immer höher: Die Familie fordert mehr Zeit, Kunden wollen intensiver betreut werden, Mitarbeiter stellen höhere Ansprüche und der Bürokratismus nimmt immer noch mehr Zeit in Anspruch. Jeder Unternehmer selbst hat immer den eigenen Anspruch die Rolle einzunehmen, in der er die Erwartungen der Anderen erfüllt um Ergebnisse abzuliefern, die erst mal alle anderen glücklich machen.

Doch das Zeitbudget an einem Tag ist begrenzt und schnell stellt sich die Frage: Wo und in welchen Lebensbereichen kann ich am meisten Zeit sparen? Die Antwort ist schnell gefunden: An der persönlichen Zeit! Die Zeit, in der ich Dinge für „mich“ tue – Dinge die mich erfüllen und wieder meine Batterien auftanken – „ME-TIME“ eben. Warum diese Zeit am schnellsten geopfert wird? Da gibt es keine Diskussionen oder Streitgespräche über Prioritäten und Präferenzen, das kann man ganz alleine für sich entscheiden.

Doch die Folgen sind klar: Das Hamsterrad dreht sich immer weiter – und immer schneller. Die Folgen sind bekannt und können fast täglich beobachtet werden.

Wie kommt man nun heraus aus diesem Hamsterrad?

Es darf nicht bei ein paar Einzelmaßnahmen bleiben. Ein „Morgen mache ich einen halben Tag frei und gehe auf den Golfplatz“ bringt gar nichts. Denn spätestens am nächsten Tag holt Sie das alles wieder ein. Was sie brauchen ist eine grundsätzliche Veränderung Ihrer Lebenseinstellung, Ihrer Organisation und Ihres Zeit- und Selbstmanagements. Nur wer hier die richtige Philosophie hat, kann mit den Herausforderungen dauerhaft umgehen, ohne dabei selbst unterzugehen.

Grundsätzlich gelten folgende Voraussetzungen:

1. Der eigene Maßstab zu unserer eigenen Leistungsfähigkeit!
Kein Mensch steht morgens auf ohne Plan. Doch zu oft erreichen wir die an uns selbst gesteckten Ziele nicht. Die Folge: Wir setzen noch mehr Zeit ein, um unseren Plan zu erreichen.

2. Fremdsteuerung ist der natürliche Feind jedes Zeitplanes!
So lange wir von keinem Dritten abhängig sind, kein Zeitdieb kommt und uns Unvorhergesehenes einen Strich durch unsere Pläne macht, wäre alles in Ordnung. Ist das realistisch?

Natürlich nicht. Deshalb greift ME-TIME ganz grundsätzlich in die Lebens- und Arbeitsorganisation ein, schafft Strukturen und hilft, Zeitdiebe zu eliminieren.

Zehn ME-TIME-Tipps für ein besseres Leben

  • Ich bin der Wichtigste für mich
    Stellen Sie sich und Ihre Interessen in den Mittelpunkt
  • Prioritäten setzen/To-Do-Listen schreiben
    Machen Sie sich einen Plan und halten Sie diesen ein. Wer am Ende des Tages Häkchen in den Kästchen seiner To-Do-Liste hat, ist zufrieden
  • Spielregeln aufstellen und Mitspieler zur Einhaltung verpflichten
    Sagen Sie klar, was Sie wollen und teilen Sie das auch den anderen mit. Umgeben Sie sich nur mit den Menschen, die Ihre Spielregeln akzeptieren und „mitspielen“.
  • Ordnung und Struktur in Arbeit und Leben schaffen
    Unregelmäßigkeit ist der Anfang vom Ende. Legen Sie klare Abläufe fest und definieren Sie Aufgaben- und Kompetenzbereiche
  • Zeitdiebe eliminieren
    Lösen Sie sich von Dingen, die unnötig Zeit kosten und Sie von den wesentlichen Aufgaben abhalten
  • Nein sagen
    Lernen Sie Nein zu sagen – und sich dann auch daran zu halten. Man kann nicht alles machen, denn sonst bleibt man selbst auf der Strecke
  • Love it, leave it, change it
    Machen Sie nur die Dinge, die Ihnen Spaß machen. Alles andere lassen Sie sein – oder Sie verändern es so, dass es Ihnen Spaß macht
  • Kommunikation
    Sprechen Sie mit Ihrer Umwelt, sagen Sie, was Sie stört und was anders laufen muss. Nur wer seine Umwelt auf dem Weg mitnimmt, findet Unterstützung. Wer alles in sich hineinfrisst, wird nicht erfolgreich sein
  • Delegieren
    Lernen Sie, Arbeit abzugeben, externe Dienstleister zu beauftragen und nicht alles selbst kontrollieren zu wollen.
  • Raus aus dem Hamsterrad
    Auch wenn sie eine feste Struktur haben: Bleiben Sie flexibel, um auch einmal ausbrechen zu können, mal etwas Außergewöhnliches zu tun

Das hört sich egoistisch an? Richtig! Ist es auch, soll es auch sein – und muss es auch sein. Nur wer auf sich selbst schaut, kann mit den täglichen Herausforderungen umgehen ohne dabei selbst unterzugehen.

Hinzu kommt: Unser Arbeitsleben ist geprägt von täglichen Entscheidungen. Bewusst oder unbewusst entscheiden wir ca. 100 Mal täglich, was für uns selbst und das Unternehmen richtig sein sollte. Einer der häufigsten Fehler liegt darin, nicht zu hinterfragen ob eine Entscheidung „wichtig“ oder „dringend“ ist. Was ist der Unterschied? Wichtigkeit hat etwas mit der Priorität zu tun und es bleibt die Fragen, ob man es selbst bearbeiten muss oder ob das auch andere übernehmen können. Dringlichkeit ist unmittelbar mit dem Faktor Zeit verbunden.

Deshalb sollten alle Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit getrennt, die täglichen Aufgaben dann gesammelt auf ein Papier gebracht und konzentriert abgearbeitet werden. Dabei ist wichtig sich nicht zu viel auf den Zettel zu schreiben, da ansonsten für Unvorhergesehenes kein Puffer bleibt.
Nach Erledigung der Aufgabe kann dieser Punkt abgehakt oder gestrichen werden. Das gibt einem auch emotional ein tolles Gefühl, wenn man eine Aufgabe erledigt hat und ein Häkchen machen kann. Ein Tag wird dann sinn- und gehaltvoll, wenn viele bzw. fast alle Punkte auf der Liste erledigt sind. Was bleibt ist das gute Gefühl, heute etwas geschafft zu haben, innere Zufriedenheit zu spüren und „sichtbar“ bestätigt zu bekommen effektiv und zielführend gearbeitet zu haben.

Das Zauberwort heißt „Anerkennung“. Das Häkchen im Kästchen hinter jeder Aufgabe ist der Schlüssel zu täglicher Zufriedenheit, zur Happyness. Als Chef bekommt man selbst keine oder nur wenig Anerkennung. Deshalb: Schaffen Sie sich einen eigenen Spielplan! Allerdings: Schreiben Sie nur das auf den täglichen Zettel, was Sie auch in jedem Fall schaffen. Dann kann man abends glücklich nach Hause gehen.

Konkret heißt ME-TIME:

Erst wenn es mir selbst gut geht und ich glücklich und erfolgreich bin, hab ich auch langfristig die Kraft und Energie anderen Menschen zu helfen und sie zu unterstützen – egal ob Kunde, Mitarbeiter, Familie oder Freunde.

Je eher Sie damit anfangen, desto besser. Am besten jetzt!

Thomas Graber

In einer der nächsten Ausgaben beschäftigt sich Toomas Graber mit den Unterschieden der Generationen und den Auswirkungen auf Mitarbeiter, Unternehmensführung und Nachfolge.

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